22. Januar 2019

BUND: Bei Schnee und Eis umweltschonende Streumittel verwenden!

Es muß nicht immer Salz sein (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Der Natur zuliebe ohne Salz
In Niedersachsen werden laut Verkehrsbehörde über 100.000 Tonnen Streusalz pro Jahr eingesetzt, um Straßen und Radwege frei zu halten. Doch Streusalz schädigt massiv die Natur: Es belastet Böden und Gewässer, greift Pflanzenwurzeln und Tierpfoten an. Daher bittet der BUND Stade im Privatgebrauch bei Eis und Schnee erst zu räumen und zu kehren und statt Auftausalze abstumpfende Mittel zu streuen.

„Unter Streusalz leiden besonders Bäume und Sträucher entlang der Wege und Straßen“, erklärt Heiner Baumgarten, Vorsitzender der Kreisgruppe Stade und Baumexperte. „Das Salz versickert im Boden und schädigt dort den Nährstoffhaushalt für die Bäume. Trotz ausreichender Niederschläge können Bäume dennoch vertrocknen oder werden anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.“ Besonders empfindlich sind die an Straßen gepflanzten Arten wie Linden, Ahorne, Rosskastanien, Roteichen oder auch Fichten. Darüber hinaus wird das Salz über die Regensiele in die kleinen Stadtbäche (z. B. Ottenbeck, Steinbeck, Heidbeck oder Kattenbeck, die alle in die Schwinge münden) gespült. In diesen Bächen wie der Schwinge tötet oder schwächt die Salzfracht die auf Süßwasser angewiesenen Fische und Kleintiere. Auch Korrosionsschäden an Fahrzeugen, Fahrrädern und Brücken gehen häufig auf das Konto von Streusalz. In Stade ist der private Einsatz von Streusalz durch Verordnung deshalb zu Recht grundsätzlich nur in Ausnahmefällen zulässig. „Nur wenn in Ausnahmefällen mit anderen Mitteln und zumutbarem Aufwand die Glätte nicht ausrichend beseitigt werden kann oder es sich um besonders gefährliche Stellen wie Treppen oder Rampen handelt, darf Streusalz eingesetzt werden. Allerdings stellen wir immer wieder fest, dass Gehwege vor Salzkristalle glitzern sobald auch nur wenige Minusgrade erreicht werden.“ stellt Heiner Baumgarten fest. Der BUND Stade beobachtet immer wieder , dass auch von Grundstücksbesitzern beauftragte Firmen sich nicht an die aktuelle Straßenreinigungsverordnung der Hansestadt Stade vom 18.12.2017 halten. „Die Situation ist in allen Gemeinden ähnlich. Tätige Firmen werden kaum oder gar nicht kontrolliert. Wir empfehlen den Privaten, sich genau über ihre Pflichten zu informieren und die beauftragten Firmen immer wieder auf die geltende Rechtslage hinzuweisen“, so Heiner Baumgarten.

Schnee und Glatteis auf den Gehwegen bedeuten Rutschgefahr und ein erhöhtes Haftungsrisiko für Grundstücksbesitzer, die für die Sicherheit auf ihren Bürgersteigen verantwortlich sind. „Bei Schneefall reicht es aber meist aus, Gehwege gründlich und rechtzeitig mit Schippe oder Besen zu räumen“, empfiehlt Heiner Baumgarten. „Bei Eis und erhöhter Glättegefahr bieten sich – bevor Salz
eingesetzt wird – Sand, Kies oder Sägespäne als Streumittel an.“ Streumittel mit dem Umweltzeichen "Der Blaue Engel" seien weitgehend frei von umweltschädlichen Stoffen. Gebrauchtes Streugut gehört weder in die Mülltonne noch in die Kanalisation, es sollte aufgekehrt und fachgerecht aufbereitet werden. Der BUND rät außerdem, Streumittel wie Splitt und Granulat nur sparsam oder gar nicht zu verwenden, da auch diese die Umwelt belasten. Denn um sie herzustellen, auszubringen und wieder einzusammeln, braucht es Energie, besonders wenn dafür Streu- und Kehrfahrzeuge eingesetzt werden. Zudem können Splitt und Granulat giftige Substanzen wie Arsen, Blei oder Quecksilber enthalten.


Bei Rückfragen:
Heiner Baumgarten, BUND-Vorsitzender
Tel.: 0151-27507580






Jahresbericht 2006

Titelseite des Jahresberichtes 2006, Wildkatze als Titelbild

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