15. November 2012

Ein Paradiesgarten der besonderen Art entsteht

Neues Kooperationsprojekt zwischen BUND und Pomologenverein
Am 10.11.2012 ist der erster Spatenstich des Sortengartens am Ortsrand von Helmste vollzogen worden. Es wird ein Sortengarten entstehen, der alte regionale und z.T. überregionale Sorten für die nächsten Generationen erhalten soll.

In der Samtgemeinde Fredenbeck (Stader Geest) wird auf einer bisher als Ackerland genutzten Fläche von etwa 3,8 Hektar der Boomgarden – Park nach und nach eingerichtet werden. Etwa 220 zum größten Teil sehr seltene alte und regionale Obstsorten sollen auf Hoch- und Halbstammbäumen langfristig erhalten werden. Im Verbund mit Benjes-Hecken und Wildobstanpflanzungen soll langfristig ein wertvolles Biotop geschaffen werden, dass als Arche für alte Sorten, Refugium der Natur und für interessierte Natur- und Obstliebhaber, oder solche, die es noch werden wollen und als Schaugarten dienen kann.

Es ist ein von der Bingo-Umweltstiftung gefördertes Projekt, das von der Kreisgruppe Stade in Kooperation mit der Boomgarden Regionalgruppe Niedersachsen Nord des Pomologen-Vereins e.V., deren Sprecher der bekannte Bio-Obstbauer Eckart Brandt ist, beantragt worden ist.
Das Medien-Interesse war so groß, dass das Bingo-Fernsehen und ein weiteres Kamerateam das Geschehen rund um den Boomgarden-Park begleitet haben.
„Streuobstwiesen sind ein Schwerpunkt unserer Förderung. Bisher ist das die größte geförderte Streuobstwiese", sagt der Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, Karsten Behr.

Zumal auch der Landkreis Stade im Projekt „Streuobstwiesen in Niedersachsen“ vom BUND Landesverband Niedersachsen e.V., gefördert durch die Bingo-Umweltstiftung, als einer von vier Modelllandkreisen ausgewählt worden ist. Ziel dieses Projektes ist es, u.a. die Menschen in Niedersachsen über die Bedeutung von Obstwiesen für die Biodiversität, Erholungslandschaft und das Ortsbild zu informieren, um sie so für die Unterstützung und Mitwirkung an der Erhaltung und Neubegründung von Obstwiesen in ihrer Region zu motivieren. Dafür setzt sich auch die BUND Kreisgruppe Stade ein und möchte über die Kooperation mit der Boomgarden Regionalgruppe Niedersachsen Nord des Pomologen-Vereins e.V. mit dem neuen Projekt, dauerhaft siedlungsnahe Bezugspunkte zur Natur bieten und den Menschen vor Ort die Thematik „Streuobstwiesen“ als Natur-und Kulturlandschaft näher bringen.

Des Weiteren wird ein Beeren-Garten angelegt, auch mit alten Kartoffelsorten wird in naher Zukunft experimentiert werden. Auch wird als Unternutzung eine Wildblumenwiese eingesät, um Wildbienen und andere Nützlinge für das Biotop anzulocken. „Ein ökologisches Gleichgewicht stellt sich nur ein, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden“, so Sabine Washof vom BUND ist der Boomgarden "ein ökologisch wertvolles Kulturbiotop." Viele bedrohte Tierarten, wie der Steinkauz oder auch Fledermaus nutzen dieses wertvolle Kulturbiotop".

Der Bio-Obstbauer und Pomologe Eckart Brandt möchte mit dem Sortenerhaltungsprojekt, das Wissen über alte Obstsorten vermitteln, auch an Schulklassen. Unterstützt wird das Projekt auch vom Heimatverein Helmste, der u.a. für das leibliche Wohl am Wochenende gesorgt hat.
"Viele Kinder kennen Obst aus dem Hausgarten nicht mehr und wissen nicht, wie man etwa Marmelade macht", sagt Vorsitzender Reiner Klintworth. Die Weiterverarbeitung von Obst zur Saft und Marmelade könnte zur gemeinsamen Aktion werden, auch touristisch sei der neue Boomgarden eine "unschätzbare Bereicherung für die Region".

Am Sonntag wurde fleißig weitergepflanzt. Insgesamt mussten an diesem Wochenende 400 Bäume in die Erde. Ein Ziel des Projektes ist es auch, Baumpatenschaften zu vergeben, sowie der Elternverein Wohnprojekt Geest (WoGee) es am Sonntag vorgemacht hat. Für 24 Apfelbäume  hat er die Patenschaften übernommen und sie in Begleitung des Fredenbecker Pastors Dr. Michael Blömer gepflanzt. Mit dem Garten will der Verein auch die weitere Inklusion von Menschen mit Behinderungen vorantreiben.

Weitere Informationen unter:
www.boomgarden.de
www.streuobstwiesen-niedersachsen.de
www.wogee.de
www.helmste.de

20. März 2012

Gelungene Gemeinschaftsaktion auf der Patenschafts-Streuobstwiese in Ahrenswohlde

Unter Anleitung der BUND Kreisgruppe Stade fand letzten Samstag, den 17.03.2012, der erste Schnittkurs auf der Patenschafts-Streuobstwiese in Ahrenswohlde statt. Alle Paten waren eingeladen, ihren im letzten Herbst gepflanzten Obstbäumen den ersten Erziehungsschnitt zu geben. Parallel zum Schnittkurs wurde von Kindern ein blütenreicher Feldsaum ausgesät, um bestäubende Insekten auf die neu angelegte Streuobstwiese zu locken. Die Kinder hatten große Freude, ihre Eimer mit Saatgut zu leeren, so Veronika Heiringhoff Campos (Bioland-Naturschutzberaterin).

Alle Ahrenswohlder Kinder der Jahrgänge 1997 - 2011 hatten im November letzten Jahres die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Eltern einen Obstbaum auf einer 1 ha großen Wiese zu pflanzen und für diesen Baum auch die Patenschaft zu übernehmen. Ziel der Aktion war und ist es, Streuobstwiesen als ökologisch wertvolle Lebensräume zu erhalten und zu entwickeln. In Zukunft soll die Streuobstwiese für die Menschen in und um Ahrenswohlde zu einem Anlaufpunkt mit vielen weiteren Aktionen rund um das Thema Streuobst und Naturschutz werden, so der Biolandwirt Herbert Meibohm.

Zum Schnittkurs hatten Elisabeth und Herbert Meibohm, die diese Fläche zur Verfügung gestellt haben, sowie die BUND Kreisgruppe Stade eingeladen. Der Blütensaum wurde durch eine Kooperation vom Bioland Landesverband Niedersachsen/Bremen mit biolog e.V. im Rahmen des Projektes „Säume und Raine – Lebensadern der Natur“ ermöglicht und von der Bioland-Naturschutzberatung begleitet.

Auch der BUND Landesverband Niedersachsen begrüßt das Engagement aller Beteiligten sehr. Sabine Washof (BUND) erwähnte, dass die „ahrenswohlder Aktivitäten“ um die Streuobstwies im Rahmen des Landesverbands-Projektes „Streuobstwiesen in Niedersachsen“ begleitet und auf der Plattform www.streuobstwiesen-niedersachsen.de präsentiert werden.

Unsere Fotogalerie vom Aktionstag

8. Dezember 2011

Internet "Streuobstwiesen in Niedersachsen" geht online

BUND betreibt Online-Plattform, um wertvolle Biotope zu erhalten - Stade ist Modell-Landkreis
Wo kann ich Saft von Streuobst-Bäumen kaufen? Wo findet das nächste Obstblütenfest in meiner Nähe statt? Wächst in Niedersachsen noch irgendwo der Altländer Pfannkuchenapfel? Auf Fragen wie diese gibt es künftig Antworten auf der neuen Internetseite rund um das Thema Streuobst. Ins Leben gerufen hat diese Seite der BUND Landesverband Niedersachsen e.V. mithilfe des neuen Projektes "Streuobstwiesen-Kataster".

Bislang gibt es in Niedersachsen keine landesweite Informationsquelle oder Karte, die Auskünfte über Streuobstwiesen enthält. Unter www.streuobstwiesen-niedersachsen.de werden von nun an Informationen rund um die wertvollen Biotope gesammelt und veröffentlicht. Zunächst werden die Daten von vier niedersächsischen Modell-Landkreisen vervollständigt: Göttingen, Lüchow-Dannenberg, Stade, und Wolfenbüttel. In Folge soll die Internetplattform niedersachsenweit Informationen rund um die Streuobstwiesen sammeln und bereitstellen. Der BUND ist dazu auf die Hilfe derjenigen angewiesen, die sich um Streuobstwiesen kümmern. Sie sollen ihre Informationen auf der Internetseite zur Verfügung stellen und können dadurch selber profitieren. Mit der Internetseite will der BUND die Menschen in Niedersachsen über die Bedeutung der Streuobstwiesen informieren. Zudem sollen sie angeregt werden, sich aktiv an deren Pflege zu beteiligen. Streuobstwiesen zählen zu den wichtigsten und zugleich am stärksten gefährdeten Biotopen in Niedersachsen.

5000 Tierarten leben direkt oder indirekt von Streuobstwiesen - darunter sind viele vom Aussterben bedrohte Tiere wie Steinkauz, Siebenschläfer oder Großer Abendsegler (Fledermausart). Seit 1950 sind 80 Prozent unserer Streuobstwiesen der Säge zum Opfer gefallen und damit sind auch viele alte, widerstandsfähige Obstsorten verschwunden. Die letzten Streuobstwiesen sind deshalb die letzten Gen-Reservoirs unserer regionalen Obstsorten. Zudem sind sie historische Kulturräume, die seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet werden.

Die Informationsplattform ist verbandsübergreifend und wird von gegenseitiger Unterstützung aller Akteure leben. Bereits in der Projektphase wirken viele Institutionen und Menschen mit, die sich um Streuobstwiesen verdient machen.

Das BUND-Projekt wird unterstützt von einem landesweiten Fachbeirat, in dem Vertreter wichtiger Institutionen vertreten sind: Kompetenzzentrum für Ökolandbau Niedersachsen (KÖN), Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e.V., Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V., Pomologenverein, NABU, UNB Wolfenbüttel und NLWKN. Auch Vertreter der Modell-Landkreise wie BUND-Kreisgruppen sowie verschiedene Initiativen und Interessengruppen sind im Beirat engagiert. Sie alle haben sich bei der Gestaltung und der Funktionalität der Internetseite eingebracht. Finanziell fördert die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung das Projekt.

21. November 2011

Großes Pflanzfest beim Biolandbetrieb Meibohm in Ahrenswohlde

Jedes Ahrenswohlder Kind bekommt seinen Apfelbaum

Streuobstwiesen sind der Familie Meibohm in Ahrenswohlde ein besonderes Anliegen. Sie sind wertvolle Lebensräume und aus der heutigen Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken.  Familie Meibohm stellte eine ca. 1,1 ha große Fläche zur Verfügung, um alte vergessene Obstsorten im Rahmen eines großen Pflanzfestes anzupflanzen.

Zu diesem Pflanzfest luden Elisabeth und Herbert Meibohm am Samstag, den 12. November 2011, ein.  Alle Ahrenswohlder Kinder der Jahrgänge 1997 – 2011 durften an diesem Tag einen Apfelbaum pflanzen und für diesen Baum auch die Patenschaft übernehmen. 136 Hochstammbäume verschiedener Apfel- und Birnensorten wurden gepflanzt. 68 Kinder haben die Chance genutzt, gemeinsam mit ihren Eltern ihren auserwählten Baum zu pflanzen. Aber auch viele Erwachsene aus dem Dorf und Umgebung haben eine Patenschaft übernommen. Bei sonnigem Wetter konnten alle Streuobstfreunde, gestärkt mit heißem Apfelpunsch und leckerem Pfannkuchen mit Apfelmus, eine schöne Aktion für die Dorfgemeinschaft und die Natur erleben.

Aktion 1000 Apfelbäume
Im Rahmen der „Aktion 1000 Apfelbäume von Beckers Bester, durchgeführt vom Landesverband Bioland, wurden dem Biolandlandwirt 60 Bäume mit den dazu gehörigen Pflanzmaterialien finanziert. Die restlichen Bäume werden von der hiesigen Ahlerstedter Windparkstiftung gesponsert. Es wurden alte, regionale Obstsorten gepflanzt, ausgewählt und geliefert von dem hiesigen Bio-Obstbauern Eckart Brandt.

BUND-Projektes „Web-Gis gestütztes Streuobstwiesenkataster“
Die Meibohms hatten zusammen mit dem BUND Landesverband Niedersachsen e.V.  und dem Pomologen Eckart Brandt dieses Projekt vorbereitet. Im Rahmen des neuen BUND-Projektes „Web-Gis gestütztes Streuobstwiesenkataster“ – anhand von vier Modelllandkreisen in Niedersachsen (Stade ist ein Modelllandkreis) – wird diese Pflanzaktion später auf der Plattform www.streuobstwiesen-niedersachsen.de zu sehen sein.
Zu dem Pflanzfest wurden alle Beteiligten, Kooperationspartner und Unterstützer, wie Vertreter der Gemeinde, Landesverband Bioland, Beckers Bester, BUND Niedersachsen e.V. BUND Kreisgruppe Stade, ortsansässigen Jagdpächter, Nachbarn, Familien und viele andere Streuobstfreunde eingeladen.



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