BUND Kreisgruppe Stade

LNG-Terminal behindert zukunftsfähige Energiewende

06. Januar 2020 | Energie, LNG

Das in Stade-Bützfleth zur Diskussion stehende LNG-Terminal wird vom BUND Stade als ein Beitrag für eine zukunftsfähige Energiewende abgelehnt. Wir haben uns im Verband intensiv mit den Vor- und Nachteilen der LNG-Technologie befasst.

 (Foto: zwiboe / www.pixelio.de)

"Dabei sind wir eindeutig zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Terminal in Stade kein positiver Beitrag zur Energiewende sowie zur Begrenzung des Klimawandels ist“, sagt Heiner Baumgarten, Kreisvorsitzender des BUND Stade. Der BUND führt dafür mehrere Gründe auf:

  • LNG ist ein fossiler Energieträger und trägt maßgeblich zur Klima-Erwärmung bei. Investitionen in Infrastrukturen für fossile Energieträger bedeuten Nutzungszeiten von mindestens 30 Jahren. Damit würde der Zeithorizont der Anlagennutzung in die gewünschte Kohlenstoff-freie Zukunft hinein reichen. Neue LNG- Strukturen würden eine zukunftsfähige Energiewende behindern.
  • Es ist davon auszugehen dass Flüssiggas vorwiegend aus den USA importiert werden soll. Dort wird es durch „Fracking“ besonders umweltschädlich gefördert. Die niedersächsische Landesregierung lehnt Fracking in Niedersachsen ab. Insofern wäre es widersprüchlich, US-amerikanisches Fracking-Gas zu importieren.
  • LNG wird als Brückentechnologie insbesondere für die Schifffahrt diskutiert, um das bisher genutzte und noch wesentlich umweltschädlichere Schweröl abzulösen. Abgesehen davon dass der Umstieg der maritimen Wirtschaft auf LNG noch ganz am Anfang steht und in anderen Häfen in Europa das Angebot kaum genutzt wird, wäre der Standort Stade zur Betankung der Schiffe grundsätzlich ungeeignet. Bunkern erfolgt zeitparallel zur Schiffsbe- bzw. -entladung und somit in den Destinationshäfen.
  • Die Erdgasversorgung für den deutschen Bedarf ist mehr als ausreichend gedeckt, auch für die vielleicht  vorübergehend stärkere   Nutzung  von Erdgas  nach dem Ausstieg aus der Atom-und Kohleverstromung.  Es bedarf keines Aufbaus von neuen Strukturen durch neue LNG- Terminals.  Die in der EU bestehenden Terminals sind nur zu einem kleinen Teil ausgelastet.
  • Das für Niedersachsen von der letzten Landesregierung erarbeitete Konzept „Szenarien zur Energieversorgung in Niedersachsen im Jahr 2050“ setzt auf 100% regenerative Energien ohne die Einführung einer LNG-Technologie und Logistik – auch nicht als Übergangstechnologie.

Zusammenfassend stellt der BUND deshalb fest, dass ein  LNG-Terminal in Stade  umweltpolitisch keine sinnvolle Investition ist und im Hinblick auf die dringend erforderliche Energiewende kontraproduktiv wirkt. „Der Bau des Terminals wäre umweltpolitisch ein völlig falsches Signal, das weiter auf fossile Energieträger setzt. Wir fordern die Landesregierung in Niedersachsen und die im Landtag vertretenen Parteien deshalb auf, dieses Projekt weder finanziell noch politisch zu unterstützen, sondern konsequent die politische und finanzielle Kraft in die Förderung regenerativer Energien zu lenken“, so Heiner Baumgarten.


Pressekontakt: BUND Stade, 04141 ** 63333; Heiner Baumgarten, 0151 ** 27507580
Email: Kontakt[äd]bund.stade.net

Hintergrund:
LNG („Liquefied Natural Gas“) ist durch Kühlung auf -161°C verflüssigtes Erdgas. Das verflüssigte Erdgas kann dadurch in speziellen Tanks per Schiff, LKW oder Bahn transportiert werden.
Durch Verflüssigung und Transport entsteht ein zusätzlicher Energiebedarf.
Außerdem wird durch unkontrollierte „Methanleckagen“ bei Förderung und Transport Erdgas direkt in die Atmosphäre freigesetzt. Methan ist noch 30-80x klimaschädlicher als CO2.

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