BUND Kreisgruppe Stade

Vögel artgerecht füttern

05. Januar 2021 | Winter, Umwelttipp, 2021

Im Winter füttern Vogelfreunde wieder mit Meisenringen und Körnerfutter die Vögel im Garten und auf dem Balkon. Der BUND betont, dass die Vogelfütterung ein wichtiger Beitrag zum Naturerleben insbesondere in Städten und Siedlungen ist, aber nur in Einzelfällen dem Überleben von Vögeln dient.

Foto: congerdesign / pixabay.com

Während der kalten Jahreszeit werden Vogelfreunde wieder mit Meisenringen und Körnerfutter versuchen, den Vögeln im Garten und auf dem Balkon zu helfen. Der BUND Stade betont, dass die Vogelfütterung ein wichtiger Beitrag zum Naturerleben insbesondere in Städten und Siedlungen ist, aber nur in Einzelfällen dem Überleben von Vögeln dient.

Denn Vögel sind vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet. Der BUND gibt jetzt Tipps, wie richtig gefüttert werden sollte. Mit etwas Glück stellen sich so bis zu 15 Vogelarten an der Futterstelle ein.

„Am Futterhäuschen können sich Kinder und Erwachsene mit unserer vielfältigen Vogelwelt vertraut machen“, sagt Rainer von Brook vom BUND Kreisgruppe Stade. „Dort dem bunten Treiben zuzuschauen, ist für viele Menschen eine große Freude.“ Damit sich die Futterstelle nicht zu einem Infektionsherd entwickelt, sollte sie auf jeden Fall regelmäßig gesäubert werden. Denn in den klassischen Futterhäuschen, in denen die Vögel beim Fressen sitzen, vermischt sich das Futter leicht mit dem Vogelkot. „Besser ist es, ein so genanntes  Futtersilo zu verwenden. So ist das Futter vor Verunreinigung durch Kot geschützt“, gibt der erfahrene Vogelexperte einen Tipp. „Außerdem ist darin die Gefahr geringer, dass es nass wird und schimmelt.“ Mit speziellem Vogelfutter für Körner fressende Gartenvögel können gezielt Sperling, Dompfaff, Buchfink oder der Stieglitz an das Silo gelockt werden. Diese Arten mögen ölhaltige, energiereiche Sämereien wie dunkle Sonnenblumenkerne oder Mohn. Mit etwas Glück schaut auch ein Specht oder Kernbeißer vorbei. Weichfutterfresser, wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle kann man eine Zeit lang mit Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren erfreuen. Für Meisen schließlich sind die bekannten Meisenknödel oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit naturbelassenen Erdnüssen das richtige Angebot. „Beim Kauf von Vogelfutter sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, kein Körnerfutter mit Samen des für uns Menschen hoch allergenen Traubenkrauts Ambrosia zu kaufen. Die breitet sich derzeit aggressiv aus“, warnt von Brook. „Außerdem dürfen keinesfalls gesalzene oder gewürzte Essensreste wie z.B. Brot / Brötchen verfüttert werden. Sie können für Vögel tödlich sein.“

Viele Vogelarten in Deutschland sind bedroht, z.B. durch die Zerstörung ihrer Lebensräume. „Da hilft das zusätzliche Futterangebot leider nur wenig“, klärt der Naturschützer auf. Grundsätzlich seien Vögel auf das jahreszeitlich wechselnde Futterangebot eingestellt. „Ein Zuviel kann das ökologische Gleichgewicht sogar ins Wanken bringen“, sagt von Brook. „So nehmen nur wenige Arten das Futter an. Kommen Standvogel-Populationen wie die der Kohlmeise damit vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie der seltene Trauerschnäpper und der Gartenrotschwanz bei ihrer Rückkehr nur noch wenige freie Nistplätze vor. Nachhaltiger können Vogelfreunde ihren Schützlingen helfen, wenn sie im Herbst Gartenstauden stehen lassen, heimische Gehölze pflanzen und Kompost- oder Laubhaufen anlegen. „So werden zum Beispiel Nischen für Insekten und ein Angebot an Wildbeeren geschaffen“, erklärt der BUND-Sprecher. „Das ist dann gelebter natürlicher Vogelschutz.“

Weitere Informationen zur Vogelfütterung gibt es in der BUND-Broschüre „Vögel im Winter - wie Sie ihnen am besten helfen können“, die unter www.bundladen.de erhältlich ist. Weitere Infos über die Naturschutzarbeit des BUND Stade sind unter www.BUND-Stade.de zu finden.

Rückfragen zum Thema an:

Rainer von Brook: 0171 ** 8664 608

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