BUND Kreisgruppe Stade

Wassersparen nicht nur bei Hitze

21. August 2020 | Umwelttipp, Sommer

Angesichts der Hitzewelle und der anhaltenden Trockenperiode sowie der bereits angespannten Trinkwassersituation in Teilen des Landkreises Stade appelliert der BUND Stade zum Wassersparen und gibt dafür einige praktische Tipps.

Foto: henrikvogel / pixelio.de

Der BUND gibt Tipps zum nachhaltigen Umgang mit Wasser im Garten.

Angesichts der Hitzewelle und der anhaltenden Trockenperiode sowie der bereits angespannten Trinkwassersituation in Teilen des Landkreises Stade appelliert der BUND Stade an alle Bürgerinnen und Bürger, auch nach dem Regen der letzten Tage weiterhin sparsam mit der Ressource Trinkwasser umzugehen. Der Umweltverband gibt dafür einige praktische Tipps.

„Die Regenfälle der letzten Tage haben zwar kurzfristig und lokal für Erleichterung gesorgt, aber in vielen Bereichen des Landkreises blieb die Trockenheit bestehen“, meint Heiner Baumgarten vom BUND Stade. „Mittel- bis langfristig kann der dritte sehr trockene Sommer in Folge dazu führen, dass sich Grundwasserbestände auch im Winterhalbjahr nicht ausreichend erholen können.“ Besonders problematisch bewertet der BUND den übermäßigen Gebrauch von Trinkwasser im Garten, vor allem zum Rasensprengen. „Trinkwasser ist ein Lebensmittel mit sehr hoher Qualität und sollte auch als solches wertgeschätzt werden“, betont Baumgarten. Statt den Garten mit Trinkwasser zu bewässern, empfiehlt der BUND, Regenwasser zu speichern. Geeignet sind nicht nur Regentonnen von denen auch mehrere nebeneinander aufgestellt und über einen Überlauf miteinander verbunden werden können. „Noch besser ist es gerade in den Neubaugebieten sofort beim Hausbau unterirdische Zisternen vorzusehen, in denen leicht 3 bis 5 Kubikmeter Wasser für den sommerlichen Bedarf gespeichert werden können. Bei sommerlichen Gewittergüssen kann so möglichst viel Wasser für trockene Perioden gesammelt werden“, rät Heiner Baumgarten. „Wer seinen z. B. frisch eingesäten Rasen trotzdem beregnen möchte, sollte dies, wie auch das Gießen anderer Pflanzen, am besten früh morgens tun. So verdunstet weniger Wasser“, erklärt Baumgarten. „Ein älterer Rasen braucht in der Regel nur einmal in der Woche eine Bewässerung wenn er gleichzeitig weniger gemäht wird und die Halmlänge der Gräser mindestens 6 bis 8 cm beträgt. Die wöchentliche kurze Mahd bei hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung schädigt den Rasen“, erklärt Heiner Baumgarten als Gartenexperte des BUND.

Zum nachhaltigen Wassersparen im Garten kann auch die entsprechende Auswahl der Pflanzen für den Garten, das Mulchen von Beeten oder im Ausnahmefall – z. B. in Gemüsebeeten – auch die Verwendung eines Systems zur Tröpfchenbewässerung helfen.
Ein weiteres Problem sieht der BUND in der Zunahme von privaten Pools gerade in den letzten Monaten – zum Teil als Ausgleich für den entfallenen Sommerurlaub durch die Corona-Beschränkungen. „Ein eigener Pool ist ein Luxus, der zum Problem wird, weil das Befüllen leicht mehrere 1.000 Liter Trinkwasser verschlingt“, betont Heiner Baumgarten. „Häufig kann dieses Wasser aufgrund der Verunreinigung durch chemische Zusätze anschließend nicht einmal mehr zum Gießen genutzt, sondern muss als Abwasser in die Kanalisation abgeführt werden.“ Auch eine kurze kalte (Garten-)Dusche kann für Erfrischung sorgen – am besten mit Sparduschkopf.

Hintergrund
Der Wasserverbrauch liegt in vielen Bereichen immer noch bei täglich 140 Liter pro Person. Die Wasserwerke im Landkreis Stade kommen gerade in den trockenen Jahren an ihre Leistungsgrenzen, insbesondere dann, wenn zunehmend mehr Bürger wertvolles Trinkwasser für die Gartenbewässerung nutzen. In einigen Bereichen des Landkreises kam es bereits zu Druckabfällen im Netz, so dass die Versorgung mit Trinkwasser für die elementaren Bedürfnisse zeitweilig schon zum Erliegen kam. Bevor es zu aufwendigen und teuren Netzertüchtigungen kommen muss, sind alle Möglichkeiten des Wassersparens auszuschöpfen und vorhandene bzw. leicht herstellbare Alternativen zu nutzen. Die Speicherung und Nutzung von Regenwasser ist aktuell und in Zukunft in privaten Gärten eine sinnvolle und notwendige Alternative.

V.i.S.d.P.:
Rückfragen zum Thema an: Heiner Baumgarten 0151 ** 27507580
 

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